Blogeintrag 03

Salam aleikum und Bonjour aus Marokko!

Nach knapp drei Wochen haben wir es endlich geschafft – am vergangenen Samstag um 16:00 Ortszeit haben wir die Fähre verlassen und erstmals afrikanischen Boden betreten.

Aber zuerst noch ein paar Worte zu den letzten Tagen in Spanien … 

Im Laufe der letzten Woche gingen die Temperaturen ordentlich rauf und wir genossen richtiges Sommerfeeling. Wir verbrachten die Tage und Nächte zwischen Benidorm und Calpe, unser Lieblingsplatz wurde ein Platz am Strand in Mascarat, das liegt zwischen Altea und Calpe. Nach gefühlten 100 Fahrten durch Altea (hier gibt es nur eine Straße für den Durchzugsverkehr), erfuhren wir dann am letzten Tag, dass man uns dort mittlerweile kennt 😉

Hier ein paar letzte Fotos aus Spanien …

Auch unsere Seilwinde durften wir erstmals testen, nachdem sich ein Reisekollege am Retourweg von Westafrika in der Dunkelheit bei der Straßenbreite etwas verschätzt hat und halb im Graben hing. Alles ist gut gegangen, Winde funktioniert und das Auto haben wir auch heil wieder rausbekommen.

Am Mittwoch, 28.03., wurde uns dann aber doch langweilig und wir beschlossen ehest möglich nach Marokko überzusetzen, so schön Spanien auch ist.

Nach einem letzten Treffen mit Christian und seiner Familie bei Wein, Bier und Paella fuhren wir am Donnerstag von Altea nach Algeciras. Die Fahrt war angenehm, um ca. halb 10 Uhr Abends kamen wir in Algeciras an und suchten uns einen Parkplatz für die Nacht. Nachdem sich kurze Zeit später ein dubioses Fahrzeug zu uns gesellte fuhren wir jedoch weiter und stellten den Bus in einer Siedlung am Straßenrand ab.

Am nächsten Tag machten wir einige Besorgungen und verbrachten noch eine zweite Nacht in Algeciras, diesmal aber auf einem Campingplatz. Campingplätze nutzten wir bisher ausschließlich um die Wasservorräte aufzufüllen, Wäsche zu waschen und vor allem warm zu duschen. Besonders letzteres gehört zu diesen Dingen, die zu Hause ganz normal sind, auf einer Reise wie wir sie machen aber immer wieder ein schönes Erlebnis 🙂 

Ansonsten ist es uns lieber in der freien Natur zu übernachten, fernab von den zahlreichen Wohnmobilen, die hier unterwegs sind.

Am Samstag hieß es dann endgültig Abschied nehmen von Europa. Nach kurzer Recherche im Internet kauften wir beim berühmten Carlos in Palmones (hinter dem Einkaufszentrum Carrefour ist sein Ticketbüro) Tickets für die Fähre. Dazu gab es Kuchen und eine Flasche Wein als Präsent. Wir können Carlos ebenso wie viele andere Marokko-Reisende weiterempfehlen. Die Preise sind etwas günstiger als im Internet. Witzig dabei ist, dass der Preis für Hin- und Rückfahrt günstiger ist, als wenn man nur one way bucht. Mit einem Ticket in der Tasche ist die Fahrt in den Hafen und auf die Fähre unkompliziert, keine Stunde später saßen wir an Deck mit gestempelten Reisepässen für die Einreise nach Marokko.

Die Überfahrt war angenehm, in nur eineinhalb Stunden haben wir die Straße von Gibraltar passiert. Es war ein tolles Gefühl auf einmal in Afrika zu sein, vor allem, weil die beiden Kontinente in Sichtweite zu einander liegen.

Natürlich haben wir den großen Moment auf einigen Schnappschüssen festgehalten …

Die Einreiseformalitäten im Hafen von Tanger waren unkompliziert, nachdem wir alle Papiere inklusive Zolldokument für den Bus bereits hatten (alles bei Carlos erledigt), durften wir nach einer Stunde Wartezeit, einem kurzen „please open“, der Frage ob wir zufällig eine Drohne oder Waffen dabei haben und einem abschließenden „you´re a good one“ auch schon passieren und plötzlich fuhren wir los nach … tja … wohin eigentlich?

Ab diesem Zeitpunkt realisierten wir beide plötzlich, dass wir jetzt angekommen sind. Keine fixen Ziele mehr, kein Zeitplan, einfach nur los ins Abenteuer Afrika. Das Gefühl war besser als wir es uns vorgestellt hatten. Du bist angekommen und ab jetzt entschiedest du jeden Tag aufs Neue worauf du Lust hast, das ist unbeschreiblich schön und kostbar und diese Freiheit ist für uns durch nichts ersetzbar. 

Die erste Nacht in Marokko verbrachten wir auf einem Campingplatz am Cap Spartel, das ist der Eingang zur Straße von Gibraltar und der nordwestlichste Punkt Afrikas. Für viel Geld bekommt man dort so gut wie nichts (das Klo befindet sich in einem ausrangiertem Zimmer, das ursprünglich mal ein Gästeappartment war), also fuhren wir am Sonntag auch gleich weiter nach Asilah, einem malerischen Küstenort am Atlantik, wo wir zum ersten Mal durch die engen Gassen einer marokkanischen Medina schlenderten … 

Nach einer Übernachtung in Asilah fuhren wir heute Mittag weiter nach Chefchaouen, wo wir nun auf einem Campingplatz unsere Weiterfahrt nach Fes planen 🙂 Die Fahrt von Asilah nach Chefchaouen führte durch grüne, hügelige Landschaft und machte Lust auf unsere anstehende Fahrt durch das Atlasgebirge, die wir im Laufe der nächsten Tage erleben werden.

Liebe Grüße aus Marokko,

A+K


10 Kommentare

Claudia · 6. April 2018 um 13:54

Das ist so wunderschön geschrieben, dass es einem beim Lesen ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Ich kann richtig spüren wie sich das anfühlt und ich hab sooooo Fernweh!! Einfach geil! Danke fürs Teilen! 😘😘😘

Rene · 6. April 2018 um 13:56

Ach, da werden Erinnerung vom letzten Winter wach. Ja Carlos ist schon ein Unikat. Habt ihr ihn persönlich angetroffen.
Die Drohnen Frage habt ihr verneint oder ignoriert? 😉

Viel Spaß im wundervollen Marokko

Rene

    Alexandra · 6. April 2018 um 14:21

    hi rene, ja carlos war selbst dort. die frage nach der drohne hat karli mit “that`s camera equipment, no drone“ beantwortet 😉
    lg

Elias · 6. April 2018 um 14:04

hui, da bin ich jetzt a bissal sentimental geworden. Ich finds echt schön über diesen Blog zumindest ein bisschen dabei zu sein bei eurer Reise 🙂

Ernst · 6. April 2018 um 19:14

Kann mir Eure Freude, endlich den Kontinent der vielen Träume erreicht zu haben, vorstellen.
Ich bin wirklich berührt von der mitreissenden Schreibweise und den Foto’s.
LG aus Leombach

Anna · 8. April 2018 um 17:21

Man bekommt wirklich Fernweh wenn man von eurer Reise liest. 🙂 Ein guter Vorgeschmack für mich – werde im Sommer auch in Marokko sein. Ich wünsche euch weiterhin eine wunderschöne Reise mit vielen tollen Erlebnissen!!

Max · 8. April 2018 um 21:28

super bilder und echt toll geschrieben.
da kann man einen kleinen teil der relaxten und freudigen stimmung erhaschen 😉
wünsche noch eine schöne reise mit vielen freudigen erlebnissen.

Tristan · 10. April 2018 um 14:25

„Nachdem sich kurze Zeit später ein dubioses Fahrzeug zu uns gesellte fuhren wir jedoch weiter und stellten den Bus in einer Siedlung am Straßenrand ab.“

Bitte mehr Infos, was war da los. Ansonste tolle Bilder

Kristina · 10. April 2018 um 14:32

Lieber Tristan, Rechtschreibfehler, wiiieder mal 😉 Ansonsten wirklich tolle Bilder – bitte mehr davon!!
Wünsche euch noch eine gute Reise und weiterhin wundervolle Eindrücke!

    RENE · 11. April 2018 um 18:11

    Besser ein Bericht mit Rechtschreibfehlern, als keine Rechtschreibfehler in keinem Bericht 😉

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