Blogeintrag 10

Kinder, wie die Zeit vergeht! Schon wieder sind wir in einem neuen Land angekommen und haben mittlerweile fast drei Monate Reise hinter uns. Es ist Zeit für den ersten Quartalsbericht:

Uns geht es sehr gut, alles läuft bisher besser als gedacht. Wenn wir die Karte von Afrika und unseren aktuellen Standort betrachten, sind wir doch schon recht weit gekommen. Das spannendste ist für uns den Wechsel der Vegetationszonen zu beobachten und die verschiedenen Kulturen und Mentalitäten der Menschen zu entdecken. Vor einigen Wochen waren wir noch unterwegs in einer großen Sandkiste, jetzt wird es schön langsam immer tropischer und bald erreichen wir den Regenwald. Die arabische Welt liegt hinter uns, die Menschen werden immer offener und alles wird eben „bunter“. Da jedes Land in Afrika wieder Neues zu bieten hat, starten wir sozusagen bei jedem Grenzübertritt unsere Reise neu, eine echt tolle Sache! Im Zeitplan sind wir ein paar Wochen hinten, wir wollten im Juni bereits vor den Toren der Kongos stehen. Aber nachdem die Devise nicht lautet „so schnell wie möglich nach Kapstadt“, sondern „die Heimat läuft uns nicht davon“, leben wir unseren Traum eben etwas langsamer 😉

Wir schließen beim letzten Beitrag an mit der Info, dass wir das Laissez Passer in Bamako nicht bekommen haben. Wir haben aber im Sleeping Camel von Kevin (ein Engländer, der gemeinsam mit seiner deutschen Frau Heike seit 4 Jahren auf Reisen ist) den Tipp bekommen, dass man an der Grenze zu Guinea sein Carnet de Passage abstempeln lassen kann, somit SOLLTE das Laissez Passer überflüssig sein. Also machte sich Karli auf zur Grenze und holte sich den Stempel.

Obwohl wir eine gute Zeit im Sleeping Camel verbrachten, fuhren wir mit einem lachenden Gesicht weiter Richtung Burkina Faso. Wir lernten in Bamako viele nette Leute kennen und profitierten sehr von unserem Aufenthalt dort. Kevin und Heike, die selbst viele Länder in Afrika bereisten, erzählten viel über ihre Reiseerfahrungen und Kevin machte uns zu Mitgliedern einer Whatsapp-Gruppe von Transafrika-Reisenden. Hier bekommen wir brandaktuelle Informationen von anderen Reisenden – besser geht’s gar nicht 🙂 Es ist erstaunlich, wie viele Leute tatsächlich diesen Trip durch Afrika machen!

Innerhalb der Mauern des Sleeping Camel …

Wir fuhren von Bamako aus entlang des Trans-Sahelian-Highways nach Sikasso, der letzten Stadt vor der burkinischen Grenze. Die Strecke war eintönig aber schön, Asphaltstraße mit Bäumen und roter Erde rechts und links. Entlang der Strecke veränderte sich erneut die Landschaft, es wird grüner und feuchter, die hohe Luftfeuchtigkeit stellt den Körper vor ganz neue Herausforderungen. Obwohl es in der Sahara wesentlich heißer war, ist diese feuchte Hitze schon bei 30 Grad viel anstrengender. Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir uns akklimatisiert haben. Bis dahin gilt folgende Regel: wenig bewegen und es ruhig angehen lassen 😉

Seit Bamako regnet es sporadisch. Regen hat hier eine große Bedeutung. Mit dem Regen beginnt die fruchtbare Zeit, er ist Lebensgrundlage der Menschen. Dazu fällt uns nur ein „Regen – des einen Fluch, des anderen Segen“. 

Kurz nach Sikasso machten wir einen Abstecher zu den Wasserfällen von Farako, wo wir übernachteten. Im iOverlander-App beschrieben als „5 star wild camp“, boten die Kaskaden (auch am Ende der Trockenzeit) wirklich ein paradiesisches Bild …

Am nächsten Tag fuhren wir nochmal retour nach Sikasso um etwas Gemüse einzukaufen und dann ging es nach dem Frühstück zum Grenzübergang.

Erster Stopp bei der Ausreise aus Mali war das Büro vom Zoll, wo man sich weigerte, das Carnet de Passage abzustempeln, schließlich sei es für Mali nicht gültig (was auch stimmt). Es kostete Karli etwas Ausdauer und Überredungskünste, bis der Kollege vom Zoll kommentierte „I´m tired of talking to you“ und ihm sagte, dass er zur Polizei gehen soll, dort bekomme er seinen Stempel. Also weiter zu Polizei, wieder warten, aber am Ende gab es den wichtigen Stempel ins Carnet, die Ausreisestempel in unsere Reisepässe und wir verließen Mali. Wieder mal bestätigte sich, dass man in Afrika alles aussitzen kann, man benötigt nur das gewisse Quäntchen Einfühlungsvermögen, Schmäh und ganz viel Zeit und Geduld.

Die Geschichte über Mali ist fertig geschrieben, wir schließen dieses Buch und öffnen ein neues: Burkina Faso – ein kleines Binnenland in Westafrika.

Hier seht ihr unsere gefahrene Route durch Mali:

„Bonne arrivée!“ hieß es bei unserer Ankunft an der burkinischen Grenze. Ein Polizist empfing uns bei unserem Auto und führte uns in sein open-air Büro unter Mangobäumen, wo er unsere Daten aufnahm. Nach 10 Minuten ging der mittlerweile bekannte Ablauf weiter – rein ins Auto, ein paar Meter fahren, nächster Stopp: Douane. Diesmal machten wir es richtig und ließen uns für 5000 CFA (ca. 8 Euro) ein Laissez Passer ausstellen. Wieder rein in den Bus und weiter zum nächsten Schranken, dem der Gendarmerie. Erneute Aufnahme unserer Daten, kurze Befragung wohin wir fahren, ein abschließendes „Bonne Route!“ und weiter ging die Fahrt.

Nächstes Ziel: Andrej in Bobo-Dioulasso, ein Slowene, den wir im Sleeping Camel kennen gelernt haben. Er lebt mit seiner Frau im Zentrum von Bobo in einem sehr schönen Haus und startet gerade ein kleines Business über Airbnb und Booking.com mit Zimmern, die er vermietet. Wir dürfen in seinem Garten campen, zum Glück passte unser Bus gerade so rein – leicht war es aber nicht. Das Tor musste ausgehängt, ein Stück Bambuszaun abgesägt und ein Wasserhahn zurecht gebogen werden. That´s Africa – man findet immer eine Lösung 😉

Wir genießen die Tage bei Andrej, das Klima in Bobo ist halbwegs angenehm, Karli arbeitet am Bus (was sonst?!) und ich bin mit Büroarbeit und Haushalt beschäftigt, also alles wie zu Hause 😉

Wir werden noch ein paar Tage bei Andrej bleiben, danach geht´s weiter über den Südwesten Burkina Fasos nach Togo.

Schöne Grüße aus Bobo,

A+K


4 Kommentare

Andrej · 5. Juni 2018 um 1:29

Meine Frau heisst Sita und ihr sollt noch ein Paar Tage laenger bleiben 🙂

Martina Wöhler · 5. Juni 2018 um 8:04

Alex und Karli 😀 ihr seid einfach super klasse ! Danke für die tollen Berichte und Bilder , die vielen Informationen über Reise, Grenze, Land und Leute 👍🏻 wir wünschen euch eine schöne Zeit in Burkina Faso und freuen uns auf die nächste Meldung 🙌 liebe Grüße von Martina und Hans Peter und Lupo 🐺

Ernst · 5. Juni 2018 um 10:29

Verfolge mit Begeisterung Eure Reiseberichte. Einfach toll. LG Ernst

Karl Aigner · 6. Juni 2018 um 21:45

Hallo Karl Gustav, Habe heute von deinem Vater die Info über deinen Blog erhalten und mir gleich alle eure Beitraege gelesen und die videos angeschaut. Ihr habt viel in der kurzen Zeit erreicht und sollte euch das heisse Wetter in Afrika einmal zu viel werden, hier ist es auch sehr heiss und kein Ende in Sicht. Gonnie ( Freundin deiner Mutter seit den 80 er Jahren ) und ich werden eure Reise natürlich weiter täglich verfolgen, da das Volvo Oceans Race around the world nun zu Ende ist das ich auch täglich verfolgte. Mein Segelbootbau ist fast fertig aber als alter Mann muss ich viele Pausen dabei machen und was ist besser als Blogs von 5000 km Entfernung zu lesen. Wir wünschen euch weiterhin eine Schöne Reise und ich werde auch meinem Sohn Gerhard synchrogoesafrica empfehlen, da er auch gerade eine Auszeit nimmt und mit dem Rad in die baltischen Staaten radelt und vielleicht weiter über Finland und Schweden. Also auch ein Reiselustiger. Liebe Grüsse von Gonnie und Karl Aigner

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