Blogeintrag 23

Wir machen einen großen Zeitsprung, zwei Monate sind seit dem letzten Eintrag vergangen. Grund dafür ist hauptsächlich, dass wir seit unserer Ankunft in Südafrika den Großteil unserer Zeit mit unserer Familie verbringen und den neu gewonnenen Komfort genießen, da wurde die Bloggerei etwas links liegen gelassen. Trotzdem wird diese Geschichte natürlich fertig geschrieben, hier nun in chronologischer Abfolge unsere weiteren Erlebnisse seit dem Ende (THANK GOD!!) unseres langen Aufenthalts in Namibia …

Nach zwei Monaten Namibia war es nun endgültig an der Zeit, Neues zu entdecken. Nächstes Etappenziel: Victoriafälle zwischen Sambia und Zimbabwe, die mächtigsten Wasserfälle Afrikas. Der Sambesi bildet die Grenze zwischen Sambia und Zimbabwe, wo er von Sambia aus nach Zimbabwe in die Tiefe stürzt. Rund um die Victoriafälle gibt es einen Nationalpark und ein Angebot zahlreicher Attraktionen. Der Ort selbst heißt auch „Victoria Falls“ und ist eine regelrechte Touristenhölle mit Preisen, wo du zweimal überlegst, ob du wirklich Hunger hast. Alles wird in ganzen US-Dollar abgerechnet, beispielsweise 5 Dollar für ein Bier oder 15 Dollar für einen Burger. Unser Aufenthalt in Victoria Falls war dementsprechend teuer, hat sich aber gelohnt …

Karli freute sich schon lange auf ein ganz besonderes Abenteuer: White Water Rafting im Sambesi-River, das angeblich extremste kommerzielle Rafting weltweit. Man schreibt, ein vergleichbares Rafting-Abenteuer im Colorado River sei hingegen eine Kaffeefahrt. Karli ist ja eher kritisch, aber diesmal konnte er bestätigen, was die Autoren in unserem Reiseführer schreiben. Der Ritt durch zahlreiche Stromschnellen der höchsten fahrbaren Schwierigkeitsstufe, ließen das Adrenalin in seinen Adern gefrieren … oder so ähnlich …

Nach einer eintägigen Regenerationspause verließen wir die Victoriafälle und reisten wieder in Botswana ein. Wir freuten uns sehr auf den Chobe-Nationalpark, aber wir erfuhren, dass wegen der extremen Trockenheit nur wenige bis gar keine Tiere anzutreffen sind. Also entschieden wir uns für die Transitstrecke durch den Park. Am Eingang sagte man uns, dass die Fahrzeit bis zum südlichen Ausgang fünf Stunden beträgt, wir hatten aber an diesem Tag nur mehr vier Stunden Zeit bis der Park seine Schotten dicht machte. Man ließ uns trotzdem reinfahren, also dachten wir, dass das Ganze wieder einmal heißer gekocht, als gegessen wird. Afrika eben.

Um halb 8 erreichten wir den Ausgang, mittlerweile war es stockfinster und das Tor geschlossen. Wir konnten niemanden finden und nach kurzer Überlegung entschieden wir, aus dem Park auszubrechen. Wir waren also keine Einbrecher, sondern Ausbrecher. Tatsächlich gelang es Karli den Bus elegant zwischen Bäumen, Strommasten, Hydranten und Zäunen durchzuschleusen und unser Ausbruch aus dem Chobe-Nationalpark verlief erfolgreich. Da nur unsere Einreise registriert wurde, aber nicht die Ausreise, haben die Park-Ranger am nächsten Tag eventuell nach uns gesucht und die österreichische Botschaft über unser Verschwinden informiert 😉 Falls ihr in der Sonntags-Krone eine Schlagzeile gelesen habt, wie etwa: „Zwei Österreicher in Afrika von Löwen gefressen“ – das sind wir!

Wir entfernten uns ein paar Kilometer vom Parktor und suchten uns einen Übernachtungsplatz im Gebüsch. Wir blieben an diesem Abend im Bus, man weiß ja nie … Angeblich ist Botswana ein Löwenparadies, schon in Namibia riet man uns davon ab, in Botswana wild zu campen. Tja, gesehen haben wir leider keinen einzigen. Vielleicht mögen die botswanischen Löwen keine VW-Busse. Angelockt von unserer allabendlichen Pasta, bekamen wir trotzdem noch Besuch: Ein Honigdachs und eine Hyäne pirschten sich an, wir konnten gerade noch rechtzeitig die Schiebetür schließen um einen Angriff aus dem Hinterhalt zu vereiteln.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter südwärts ins Okavango Delta und besuchten das Moremi-Wildreservat. Und endlich war es so weit, wir fanden den letzten der Big 5 – einen Leoparden, das unserer Meinung nach eleganteste und schönste Kätzchen. Auf der Suche nach einem schattigen Platz für die Mittagsruhe, streifte er durchs Gras und störte sich nicht daran, dass wir ihm folgten …

Neben der Leoparden-Sichtung gab es auch noch andere Highlights: Ein Park-Camp der etwas anderen Art – mit Besuchern einer etwas anderen Spezies, der wahrscheinlich schönste Sonnenunter- und Sonnenaufgang über dem Okavango-Delta und soooooo süße Elefantenkinder 🙂 Hier ein paar Eindrücke …

Angekommen in Maun beendeten wir unseren Besuch in Botswana und fuhren auf gerader Linie nach links, manche sagen auch „Richtung Westen“ dazu, entlang des Trans-Kalahari-Highways zurück nach Windhoek in unser geliebtes Urban Camp. Diesmal blieben wir aber nicht lange und fuhren am nächsten Tag weiter nach Swakopmund, wo wir die VW-Teile abholten, die Karli beim letzten Besuch in Swakopmund kaufte. Swakopmund, die Dritte.

Der Bus war vollgepackt mit Ersatzteilen, die Weiterfahrt bis Kapstadt war etwas mühsam. Am Weg Richtung Süden planten wir einen Abstecher zu Sossusvlei zu machen, es machte uns aber ein Gewitter einen Strich durch die Rechnung. Kurz vor Sossusvlei fing es an zu regnen und der Himmel wurde schwarz. Regen in der Wüste, sehr interessant. Es schüttete aus Kübeln und blitzte rechts, links, vor und hinter uns. Was sollen wir nun tun? Wir parkten vor einer Lodge, Karli sprintete durch den Regen zur Rezeption und erkundigte sich nach dem Preis für eine Übernachtung, der uns dann aber mit weit über 100 Euro zu hoch war. Ich wurde ein bisschen unrund, wir befanden uns in einer Notlage, der Tag ging bald zu Ende und wir waren gefangen in einem Blitz-Inferno. Vielleicht schmunzelt ihr jetzt, aber ich hatte echt Angst. Einen Sonderpreis bekamen wir leider nicht, dafür aber kostenlos den Hinweis, dass uns eh nix passieren kann, solange unsere Reifen aus Gummi sind. Alles klar, Danke und Tschüss!

Nachdem neben uns ein Tanklaster parkte, wollten wir auch nicht unbedingt länger am Parkplatz bleiben und wir entschieden mit Vollgas vor dem Unwetter zu flüchten. Wir fuhren und fuhren, dachten nach einigen Kilometern darüber nach, doch die andere Richtung zu nehmen, aber es brachte alles nichts, es blitzte überall und ununterbrochen. Ein Blitz schlug in einiger Entfernung vor uns direkt in die Straße ein. Nach ungefähr zwei Stunden Fahrt war das gröbste vorbei und wir parkten irgendwo am Straßenrand um dort die Nacht zu verbringen.

Am nächsten Tag, wir überstanden das Gewitter unversehrt, ging es weiter südwärts zum letzten Programmpunkt in Namibia, dem Fishriver Canyon. In der Nachmittagssonne genossen wir das traumhafte Panorama und realisierten, dass es nicht mehr weit ist bis nach Kapstadt …

In zwei Tagen fuhren wir die letzten 900 Kilometer nach Melkbosstrand zur Familie von meinem Mann, wo wir am 25. Oktober noch nicht ganz, aber fast, unser finales Reiseziel erreichten.

Vor uns lagen zwei Wochen Entspannung und Sightseeing in Kapstadt, gefolgt von einer intensiven Tour durch Südafrika. Einen Südafrika-Reisebericht gibt’s dann im nächsten Blogeintrag 😉

Hier sehr ihr unsere Reiseroute nach Kapstadt, über Zimbabwe, Botswana und wieder mal Namibia …

Entspannte Grüße aus Durban,

A+K


2 Kommentare

Kai · 13. Dezember 2018 um 16:43

Hab euch schon vermisst 😉 So lange keine neuen Berichte. Und was macht ihr, wenn ihr am „Ziel“ seid???
LG aus dem Winter *brrr*
Kai

    Karl-Gustav Pichler · 14. Dezember 2018 um 12:02

    Hallo Kai, danke, das ist schön zu hören 😉
    Tja, unser eigentliches Ziel haben wir schon erreicht, mehr dazu im nächsten Eintrag. Wir verbringen nun die letzten vier Wochen mit meiner Familie in Durban bzw. Kapstadt, im Jänner gehts dann nach 10 langen Monaten zurück in die Heimat und ins „normale“ Leben. Bisschen Wehmut ist natürlich dabei, das ist ganz klar, aber wir freuen uns mittlerweile auch sehr auf Zuhause.
    LG aus Durban

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